Rückblick GV Zürich 24.-26.4.2026

Dieses Jahr fand die GV erneut im Kanton Zürich statt, genauer in Regensberg – Ganz unweit vom Bergwerk Buchs, wo wir nur ein halbes Jahr zuvor spontan die GV verrichten durften. Wie gewohnt, konnte nun wieder dreitägiges Programm rings um das Thema Bergbau angeboten werden – Dank dem Einsatz vieler vieler sehr engagierten Personen, die uns dieses tolle Wochenende ermöglicht haben. Lasst uns nochmal zurückblicken auf die schönen gemeinsamen Tage.

Freitag 24.06.2026

Jürg Gerber ermöglichte uns einen sehr umfassenden Einblick in den bis heute aktiven Sandstein-Abbau nahe des Zürichsees.

Unser sehr exkursionsreicher Tag, mit verschiedensten Standorten, startete in Bollingen mit der Besichtigung des aktiven Untertage-Steinbruchs der Firma „Kuster J. & A. Kuster Steinbrüche AG Bäch“. Die Führung selbst ist vom Betriebsleiter Christian Kuster durchgeführt worden, wodurch wir alle fachlichen Details und Abbautechniken aus erster Hand vermittelt bekamen und alle offenen Fragen beantwortet werden konnten. Die Dimensionen der Abbauhallen schlossen jede Platzangst aus und versetzte uns, neben der gewaltigen Maschinerie, in tiefes Staunen.

Nach einer kurzen Stärkung zum Zmittag in Schmerikon, besichtigten wir in Eschenbach die „Müller Naturstein AG“, einen weiteren Sandstein-Tagebau mit gänzlich anderer Abbautechnik. Jan Müller erklärte uns detailliert, wie hier in über 50m tiefen Schächten die grossen Steinblöcke gewonnen werden. Sobald ein solcher Schacht ausgebeutet ist, was etwa 10 Jahre dauert, werden diese wieder verfüllt und renaturalisiert.

Nächste Station: Weiterverarbeitung. Wir durften Jan Müller zum nächsten Prozessschritt nach Neuhaus begleiten, wo (neben den hauseigenen Steinen) auch andere Natursteine aus aller Welt zugesägt, geschliffen und verarbeitet werden. Es war sehr faszinierend die talentierten Mitarbeiter bei ihrer Arbeit zu beobachten. Erstaunlich ist auch, dass der Betrieb sehr energetisch effizient betrieben wird, da das Gebäude auf einem ehemaligen Abbauschacht steht, dessen Wasser für die Wärme im Winter sorgt. Dieses System ist schon umgesetzt worden, lange bevor Klimawandel oder Ölkrise Thema waren.

Unser letzter Programmpunkt führte uns in die Stadt Zürich zum Hauptsitz der Zürich Versicherung, wo die Steine der Müller Naturstein AG die renovierte Gebäudefassade zieren. Jürg Gerber, als Bauingenieur des inzwischen abgeschlossenen Projektes, gab uns umfassende Informationen und wies uns auf einige technische Wunder und architektonischen Besonderheiten hin. Es ist sehr erstaunlich, wieviel Aufwand und Arbeit in solchen Bauten steckt, obwohl sie es auf den ersten Blick nicht vermuten lassen. Als eines von vielen Beispielen ist der Brunnen im Innenhof zu nennen. Es handelt sich um einen einzigen massiven Sandstein von 25m Länge der, mit über 20 Tonnen Gewicht, erstmal im Steinbruch geborgen werden musste. Das Gestein muss ein so grosses Volumen an homogenem und optisch schönem Stein ohne Risse oder Einschlüsse erst einmal hergeben. Die nächste Herausforderung ist es, ein solches Objekt in einen relativ kleinen und ringsum umbauten Innenhof zu befördern. Dies musste mit Hilfe eines riesigen Krans über eines der Gebäude hinweg geschehen.

Samstag 25.06.2026

Vermutlich hielten wir dieses Jahr die früheste GV in der Geschichte der SGHB ab und dies nicht nur auf die Jahreszeit, sondern auch Uhrzeit bezogen. Anstatt eines klassischen Apéros wurden die Mitglieder mit Kaffee und Gipfeli empfangen.

Der bereits angekündigte Präsidentenwechsel war Höhepunkt der Generalversammlung. Rouven Turck trat nach seiner jahrelangen Präsidentschaft zurück. Wir sind ihm sehr dankbar für all seine Arbeit, sein Engagement, sein Fleiss, seine Geduld. Wir verdanken ihm die Aufschaltung unseres Minaria Helvetica im e-Periodica der Universität Zürich, die Zusammenarbeit mit der Antiquarischen Gesellschaft Zürich (die uns das wunderschöne Minaria 2026 beschert hat), die Organisation mehrerer Generalversammlungen, Fachvorträgen und vieles mehr. Es freut uns wirklich, dass Rouven uns weiterhin im Vorstandsteam als wichtiger Vertreter für Wissenschaft und Forschung erhalten bleibt.

Der Stab ist nun an Damian Zingg übergeben. Wir sind froh, ihn für dieses Amt gewonnen zu haben und wünschen ihm alles Gute für seine Präsidentschaft. Wer ihn noch nicht kennt, kann sich hier ein Bild verschaffen, wer unser neuer „Präsi“ ist und was ihn mit dem Bergbau verbindet: https://www.sghb.ch/neuer-sghb-praesident-damian-zingg/

Ein weiteres Amt wurde abgegeben und konnte leider bisher nicht nachbesetzt werden: Daniel Wehrle tritt als Kassenrevisor zurück. Über 15 Jahre schaut er schon über die Schulter des Kassiers. Wir danken ihm sehr für sein Engagement und würden uns freuen, einen Nachfolger zu finden.

Im Anschluss zur Generalversammlung durften wir tollen wissenschaftlichen Vorträgen lauschen. Zunächst gab uns Benjamin Jost umfassende Infos zur Geologie der Lägern. Anschliessend berichtete uns Patrick Nagy vom historischen Silexabbau an den Lägern. Dölf Wild sprang bereits zum Sonntagsprogramm in die Region Käpfnach und gab uns einen historischen Einstieg in die fossile Energiegewinnung. Wir danken Euch herzlich für Eure wertvollen, spannenden und sehr informativen Beiträge.

Wer nicht mehr sitzen konnte, hatte nun Anlass zur Bewegung. Nach einer kurzen Stärkung fuhren wir mit dem ÖV nach Niederweningen, um von dort die Lägern live und in Farbe zu sehen. Die Wanderung wurde von Johann Savary geführt und gemeinsam rätselten und forschten wir in bergmännisch bearbeiteten Gebieten. Die Tour endete in der wunderschönen Altstadt von Regensberg, von dessen Geschichte Johann uns ebenfalls erzählte.

Hier kehrten wir nun im Restaurant Löwen zum Nachtessen ein und liessen den Tag genussvoll ausklingen.

Sonntag 26.04.2026

Heute, am letzten Tag, führte unser Weg erneut an den Zürichsee – nach Horgen in das Kohlebergwerk Käpfnach. Zunächst versammelten wir uns im Museum, wo uns Dölf Wild historische Einblicke in die Geschichte des Bergwerks gab.

Anschliessend begingen wir den Stollen, wo bereits das Bähnli mit zwei Waggons auf uns wartete. Dennoch war der Platz etwas knapp, weshalb unser Führer Peter Laager mit dem Fahrrad voraus fuhr und unserem Lok-Fahrer Benjamin Jost freie Fahrt gewährte, sobald er ausreichend Abstand gewonnen hatte.

Da ein Grossteil der Teilnehmer das Bergwerk bereits kennt, hielten wir an eher untypischen Stationen im Bergwerk an und erhielten tiefere Informationen zum Besucherbergwerk selbst.

Die Tour ging schliesslich über Tage weiter mit einem Spaziergang im Aabachtobel. Unterwegs sind noch einige Spuren sowie weitere Stolleneingänge zu sehen. Eine Begehung ist leider nur sehr begrenzt möglich, da vieles verfüllt, verschlossen oder voller CO2 ist.

Wir danken allen, die dieses tolle Wochenende in diesem Umfang ermöglicht haben. Das Programm war so umfang- und abwechslungsreich, sowie tagfüllend, dass das etwas „abgespecktere“ Programm der GV 2025 sofort wieder aufgeholt werden konnte.

Fotos: Matti, Evi
Videos: Evi