In Tengen gab es so Einiges zu sehen. Gemeinsam besichtigten wir die Spuren des umgangssprachlich „Tengener Muschelkalk“ genannten Gesteins. Tatsächlich handelt es sich hierbei um keinen echten Muschelkalk, der vor mehreren hundert Millionen Jahren entstand, sondern um den korrekt bezeichneten „Randengrobkalk“, der sich innerhalb der Meeresmolasse befindet und für geologische Verhältnisse sehr jung ist mit 20-15 Mio Jahren.
Unsere Tour startete am alten Burgfried, der den letzten Überrest der Burganlage der Herren von Tengen darstellt. Nach ein paar Infos zur Stadtgeschichte besichtigten wir den darunterliegenden Mühlsteinabbau, der etwa vom Mittelalter bis in das 19. Jhd betrieben wurde.
Anschliessend schlenderten wir durch die Altstadt, wo der Stein überall im verbauten Zustand an Häusern und Mauern zu sehen ist. Diese Steine stammen jedoch vermutlich aus einer anderen mittelalterlichen Abbaugrube, die sich am gegenüberliegenden Hang befindet und weitgehend durch Abbauten des zweiten Weltkrieges nachgerissen wurde. Der Weg zu dieser moderneren Grube führte uns durch die idyllische Mühlbachschlucht.
Nach der Besichtigung des Steinbruchs aus dem zweiten Weltkrieg, mit dessen Steinen unter anderem Berlin Tempelhof verkleidet wurde, schauten wir uns im hinteren Steinbruchareal die massiven herausgelösten Steinblöcke an und besichtigten den römischen Abbau. Dass es sich bei diesem um eine „Säulenfabrik“ handeln soll, haben wir vor Ort diskutiert und sind alle eher zur Ansicht gekommen, dass es sich wohl eher um einen Mühlsteinabbau handelt.
Wir gingen weiter in das Steinbruchareal, in dem bis heute sporadisch abgebaut wird und noch einige Maschinen zu sehen sind.
Hungrig liefen wir weiter durch die Mühlbachschlucht zur alten Mühle, in der möglicherweise neben Getreide auch Abraum des Kalkgesteins zermahlen wurde. Hier liessen wir es uns richtig gut gehen, grillten ein paar Würstchen und verbrachten eine gesellige Zeit mit tollen Gesprächen.
Schliesslich rafften wir uns nochmal auf, um den römischen Gutshof in Büßlingen zu besichtigen, wo sich auch der Kreis zum römischen Abbau schloss und die Exkursion endete.
Vielen Dank an alle Teilnehmer, es war ein wunderschöner Tag mit Euch.
Die Fotos stammen von Andreas Schatzmann, Hans-Peter Stolz und Matti Keller – Ein besonderer Dank geht an Euch.
















