Jahresversammlung der SGHB in Bartholomäberg, Montafon (Ö) vom 16. bis 18. Oktober 2015

Freitag, 16. Oktober 2015

Vorexkursion

Bei spätherbstlichen Wetterbedingungen treffen sich 16 Personen unter der Leitung von Rainer Kündig und Martin Vallaster (Bartholomäberg) zu einer Besichtigung des Barbarastollens beim Weiler Knappagruaba nordöstlich und oberhalb des Dorfes Bartholomäberg.

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Schon eher winterlich …..

Unter kundiger Führung von Erich Fritz (Bartholomäberg) befahren zwei Gruppen den ca. 70 m langen Stollen. Die Schrämmspuren und der Querschnitt des Stollens (alle Teilnehmer bewegen sich in gebückter Haltung) sind Zeugnisse der erschwerten Arbeit von Bergleuten im Mittelalter. Eine grosse Halde vor dem Stolleneingang weist auf den umfangreichen Aushub hin. Neben dem Mundloch steht noch eine spätmittelalterliche Bergknappenhütte, die einen guten Eindruck der Lebensweise der Bergknappen in dieser Epoche gibt.

In der Nähe des Dorfes Bartholomäberg wird in einem steilen Bachtobel noch der rund 35 m lange Christiansstollen befahren, der ebenfalls Schrämmspuren aufweist. Bei beiden Stollen sind heute keine Erzgänge mehr sichtbar.

Samstag, 17. Oktober 2015

Unter der Leitung von Prof. Rüdiger Krause (Universität Frankfurt am Main/De) begehen 30 Teilnehmer den Themenwanderweg „Auf den Spuren der Archäologie“ oberhalb von Bartholomäberg. In den letzten 15 Jahren hat der Archäologe Krause mit seiner Forschungsgruppe der Universität Frankfurt (De) viele neue Erkenntnisse gewinnen können. Sie geben einen schönen Überblick von der Erstbesiedlung zur Bronzezeit bis hin zum historischen Kupfer- und Eisenerz-Bergbau im Spätmittelalter. Erste Resultate laufender Forschung zeigen auch auf, dass in diesem Bergbaurevier noch einige neue und spektakuläre montanhistorische Erkenntnisse zu erwarten sind. Verschiedene auf der Wanderung zu beobachtende Geländeformen (heute mit Gras überwachsen) weisen auf eine grosse Anzahl von Abraumhalden und verstürzten Stolleneingängen hin. Mit geomagnetischen Messungen und Bohrprofilen in Böden und Mooren sind in den letzten Jahren unter anderem Hinweise auf eine Schlackenhalde oder einen Werkplatz eines Schmiedes gefunden worden.

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Bergbaurevier Knappagruaba oberhalb Bartholomäberg

 

Nach dem Mittagessen beim historischen Bergwerk und weiteren Abbauspuren und Verarbeitungshinweisen bewegt sich die Gruppe zum Frühmesshaus in Bartholomäberg. In diesem Museum erweitern die präsentierten archäologischen Objekte das Bild der langen und intensiven Kulturgeschichte des Montafons.

Sonntag, 12. Oktober 2014

Am Vormittag treffen sich bei trübem Wetter noch 23 Personen bei der Barockkirche Bartholomäbergs. Es wird der spätgotische Bergknappenaltar aus dem Jahr 1525 besichtigt, der nach Überlieferung von hiesigen Bergknappen gestiftet wurde.

Danach wird die Besuchergruppe zum historischen Bergwerk bei Knappagruaba transportiert. In drei Kleingruppen befahren die Mitglieder unter der fachkundiger Leitung von Erich Fritz (Bartholomäberg) das Besucherbergwerk, den St. Anna-Stollen. Dieser Stollen aus dem Mittelalter ist auf rund 125 m erschlossen, die tatsächlichen Ausmasse sind nicht bekannt.

Nach einem Mittagsimbiss, der in verdankenswerter Weise von Martin Vallaster bereitgestellt wird; endet die Tagung am frühen Nachmittag oberhalb von Bartholomäberg.

André Puschnig im Oktober 2015

Weitere Infos unter:

https://www.kristberg.at/Bergwerkstollen.htm (mit diversen Broschüren zum Download)
http://www.montafon.at/bergwerk
http://www.montafon.at/montafon-a-z/pfarrkirche-bartholomaeberg_az-124471?category[0]=2249&town=104&searchterm=Stichwort
https://www.youtube.com/watch?v=xRnr2FCXQjw

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