Sparen ja, aber wo sind die Grenzen?

Liebe Bergbaufreunde
Im Rahmen eines grossen Sparpaketes hat der Regierungsrat Schaffhausen auch massive Budgetkürzungen bei der Kantonsarchäologie Schaffhausen beschlossen. Bis 2018 wird das Jahresbudget um über 60% gekürzt und es findet ein Stellenabbau um mehr als 70% auf eine einzige 100%-Stelle statt. Die Kantonsarchäologie wäre deshalb künftig nicht mehr in der Lage, ihren gesetzlichen Auftrag zu erfüllen.
Um dieser Intention entgegenzuwirken, hat die Gesellschaft Pro Iuliomago eine Petition lanciert. Wir sind froh um möglichst viele Unterschriften. Im Anhang findet Ihr/finden Sie den Petitionsbogen, der bitte bis zum 31. März 2015 zurückgeschickt werden soll. Parallel läuft die Petition auf open petition, es kann auch dort unterschrieben werden. Wir sind allerdings froh, wenn wir möglichst viele Unterschriften in Papierform kriegen, denn diese bewirken bei den Politikern einen grösseren Eindruck. Folgend auch der Link zur Online-Petition:
Genauere Informationen finden sich auch auf der Homepage der Interessensgemeinschaft Pro Archäologie Schaffhausen (www.pro-archaeologie.ch).
Die Kantonsarchäologien sind für uns Freunde und Forscher des historischen Bergbaus wichtige Partner, unterstehen doch die historischen Bergwerke als kulturhistorische Monumente auch der Zuständigkeit dieser kantonalen Behörden. Kürzungen, wie sie nun in Schaffhausen drohen, könnten in jedem anderen Kanton ebenfalls eintreten. Ein adäquater Schutz gerade von abgelegenen Fundstellen, wozu auch viele Bergwerke und ihre zugehörigen Installationen zählen, wäre nicht mehr gewährleistet. Es ist deshalb wichtig dass wir hier mithelfen, ein Zeichen zu setzen und die Petition mit Unterschriften unterstützen. Es wäre ebenfalls schön, wenn Sie die Petition in Ihrem Bekanntenkreis weiter verbreiten.

Vielen Dank für Ihre/Eure Mitarbeit!
Mit besten Grüssen
Regula Ackermann
Vorstandsmitglied der SGHB und Archäologin
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Zahlt sich Spontanität immer aus…?

KarteDas Wochenende stand einmal mehr vor der Tür und auch die Wetteraussichten waren gut. Sollte ich nun mein Motorrad satteln und die Schweizer Alpen unsicher machen, oder ein Bergwerk suchen gehen? Irgendwie konnte ich mich nicht so recht entscheiden, den es reizten mich beide Optionen sehr.
Wie oft hatte ich schon gehört, man solle im Leben ein wenig spontaner sein und so entschloss ich mich kurzerhand beide Optionen miteinander zu verbinden. Schon lange reizte mich eine kleine Galenit-Lagerstätte im Val Cadlimo.
Also, wie gelange ich mit meinem Motorrad dorthin und habe am meisten Fun….? Da könnte ich über den Brünig und dann…. oder über den Susten…über Chur….? Ich entschloss mich dann mit Berücksichtigung der mir zur Verfügung stehenden Zeit, eine abgespeckte Version auszuwählen 🙂 Auf der Fahrt über den Oberalppass hinauf zum Lai da Sontga Maria beim Lukmanierpass genoss ich jede Kurve. Beim Parkplatz hinter dem Restaurant am Cuolm Lucmagn stellte ich mein Motorrad ab und machte auf den Weg ins Val Cadlimo. Mein Weg führte mich dem See entlang um den Ausläufer des Costa del Scai. Nach ca. 15 Minuten hatte ich diesen umrundet und versuchte mich im Gelände zu orientieren. Ich hatte mir die Strecke auf der Karte schon so oft angeschaut und hatte deshalb eine klare Vorstellung, wie das Gelände hier ausschauen sollte. Nun stand ich hier im Gelände, schaute in die Richtung, in der ich das Val Cadlimo zu sehen erhoffte, aber es war einfach nicht dort, wo ich es erwartet hatte. Nach längerem Suchen entdeckte ich viel höher, als ich es mir vorgestellt hatte, den Einstig ins Val Cadlimo. Wow… da hatte ich mich aber schön verrechnet. Mittlerweile war es bereits Mittag und ich musste noch da hinauf….?
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Jahresversammlung der SGHB in Chemin Dessus (VS) vom 11. und 12. Oktober 2014

Samstag, 11. Oktober 2014

Bei guten Wetterbedingungen treffen sich 25 Personen unter der Leitung von Stefan Ansermet zu einer Besichtigung des Eisengewinnung und des Bergbaus im Couloir Collaud (Mont Chemin). Es handelt sich hier um eine der ältesten bekannten Abbaustellen am Mont Chemin. Bei der Befahrung der drei Stollen Couloir Collaud I, Couloir Collaud II und Couloir Collaud III werden die unterschiedlichen Mineralisationen mit Fe-haltigen Mineralien (v.a. Magnetit), ihre räumliche Lage und ihr Abbau vorgestellt. Die drei Stollen sind mit einem Vertikalschacht verbunden und folgen der steilstehenden Mineralisation. Die ältesten Abbauspuren (Feuersetzen) weisen auf einen frühmittelalterlichen Abbau hin. Die gewonnenen Erze wurden mit einer Seilbahn Richtung Bovernier ins Tal transportiert. Von der Seilbahn sind noch letzte Reste sichtbar.
Neben den Stollen geben Schlackenfunde, die den Merowingern zugeordnet werden (5./6. Jahrhundert nach Chr.), einen zusätzlichen Eindruck der Erzverarbeitung.

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Exkursion zu den «Bahamas» von Chamoson

Am Samstag 30. August war es soweit. Das Wetter war bereits die ganze Woche durch unbeständig gewesen. Dennoch wagte sich eine kleine Gruppe verwegener Bergbaufreunde ins Unterwallis, um dort die noch spärlich vorhandenen Spuren eines missglückten Bergbauversuchs im zweiten Weltkrieg zu erforschen. Bei der Hinfahrt wusste das Wetter noch nicht so recht, von welcher Seite es sich an diesem Tag zeigen wollte. Wir sahen zwischen Wolken ein paar vereinzelte Sonnenstrahlen, die mit leichten Regenschauern um die Vorherrschaft an diesem Tag kämpften.

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Sandbergwerk bei Schlatt (TG)

Am Cholfirst zwischen Benken und Schlatt, treten an ein paar vereinzelten Stellen Aufschlüsse der Oberen Meeresmolasse auf. Die heute noch bekannteste Stelle ist die ehemalige Quarzsandgrube bei Benken. Hier befindet sich das einzige noch teilweise zugängliche Vorkommen von Graupensanden der Oberen Meeresmolasse. Diese Sande sind Teil der grossen Graupensandrinne, die eine Entwässerungsrinne zu Beginn der Oberen Meeresmolasse darstellte. Diese Rinne entwässerte damals von Nordosten gegen Südwesten in das in der Schweiz vorhandene Molassemeer.  Den Namen der Rinne enthielt diese durch das Grundmaterial; einem groben Sand mit darin enthaltenem Kleingeröll in der Grösse von Graupen. Dieser Graupensand enthielt eine grosse Vielzahl an Muscheln, Rochen-, Hai- und Knochenfischzähne, Reste von Walen, Delfinen und Seekühen. Aber man fand auch ins Meer eingespülte Reste von landlebenden Reptilien und Säugetieren. Im Verlauf der Oberen Meeresmolasse wurden Teile der Graupensandrinne durch die nochmalige Transgression (Vorrücken, Ausdehnen) des Molassemeer überschwemmt. Die während dieser Zeit abgelagerten Sedimente bestehen aus quarzreichen Feinsanden und sind von Geröllbänken durchzogen. Im Vergleich zum Graupensand sind diese Feinsande ärmer an Fossilien. Häufig findet man Spuren von limonitisierten, (durch Eisenlösung imprägnierte) Holzreste wie Äste und Baumstämme. Diese beiden Schichten gehören der Brackwasserschicht in der Oberen Meeresmolasse an. So genannt, nach dem Millieu, in dem sie abgelagert wurden.

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Unterwegs im Schlaraffenland….

Es war schon seit längerer Zeit eine beschlossenen Sache gewesen, dass Lothar Hoffmann mir einmal die geheimnisvolle Welt des Bergbau am Mont Chemin zeigen wollte. Für mich ein grosser weisser Fleck auf der Landkarte, übte dieser Berg eine magische Anziehungskraft auf mich aus. Lag es nur am darin verborgenen Magnetit, oder war es die Faszination, bei jedem Schritt und Tritt über irgendwelche Spuren des historischen Bergbau zu stolpern?
Am 25. April 2014 war es soweit, wir hatten unsere Agendas synchronisiert und einen gemeinsamen Termin für unsere schon lange überfällige Exkursion gefunden. Ein grosses Anliegen von Lothar war die Befahrung des Bergwerk bei Vens. Dieses befindet sich in einem gefährlichen Couloir, weshalb er bisher den Abstieg alleine noch nicht gewagt hatte. Ich sollte also meine Kletterausrüstung und Seile mitbringen, damit sein sehnlichster Wunsch, endlich stolzer Besitzer eines Stück Erz aus dieser Mine zu werden, in Erfüllung ging.

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SGHB Exkursion vom 22. März 2014 in die Lägern

Am Samstagmorgen,  bei (noch) leichtem Regen trafen sich 19 Unerschrockene um 10.00 Uhr in Regensberg. Das nasse Wetter würde uns leider noch den ganzen Tag begleiten. Aber alle Teilnehmer waren in bester Stimmung und die liessen wir uns auch nicht durch ein wenig Regen nehmen.

Treffpunkt in Regensberg © Thomas Zollinger

Treffpunkt in Regensberg © Thomas Zollinger

Doris Reber, Geologin der Schweizerischen Geotechnischen Kommission (SGTK) an der ETH Zürich und Patrick Nagy, Archäologe beim Amt für Raumentwicklung des Kanton Zürich eröffneten die Exkursion in Regensberg mit ersten Erklärungen zur Geologie und der Geschichte von Regensberg und der Umgebung. Nach dieser ausführlichen Einleitung ging es bei stärker werdendem Regen entlang der Nordseite der Lägern in Richtung Hochwacht.

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Chandoline Förderstollen Stalder

Das Bergwerk von Chandoline ist laut Letsch (1919) eines der wenigen Bergwerke im Wallis, welches seit Beginn des Abbau in den Jahren um 1850, bis zum Ende des ersten Weltkrieg ununterbrochen bewirtschaftet wurde.  Diese alten Stollen wurden mehrheitlich unsachgemäss vorgetrieben und raubbaumässig angelegt. Dabei waren nur Flöze mit einer gewissen Mächtigkeit und Linsen (bis zu 3 m Mächtigkeit) von Interessen. Diese konnten mit geringem Aufwand abgebaut werden und erbrachten den grössten Gewinn. Bereits während des ersten Weltkrieg waren aber bereits der grösste Teil dieser Stollen wieder verstürzt.

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Underground music

Im Juni 2013 bekam die SGTK eine sehr spezielle Anfrage. Dabei ging es um die Suche nach einem Bergwerk welches sich als Drehort für ein Musikvideo der Gruppe „The bianca Story“ eignen würde. Natürlich dachte ich dabei zuerst an das Bergwerk Riedhof. Welches Bergwerk konnte einen beleuchteten und unterirdischen See anbieten.
Postwenden kam dann auf mein Mail auch eine Antwort, äh… wie wäre es mit einem Bergwerk im Raum Basel? Ein Bergwerk im Raum Basel, gross genug, um darin einen Film für ein Musikvideo zu drehen, hmm… Es sollte so gut wie möglich für Materialtransporte mit dem Auto erschlossen und jederzeit offen sein.

Lore SchieneMir kam da nur der Stollen im alten Gipssteinbruch bei Kienberg in den Sinn und vereinbarte einen Termin. War das die richtige Wahl, welche Vorstellungen hatten sich wohl die Filmproduzenten schon gemacht? Bei der Befahrung der alten Stollen stellte sich schnell heraus, dass ich mit meiner Auswahl ins Schwarze getroffen hatte und als wir wieder im Freien waren kam auch schon prompt der nächste Wunsch. Ja hättest Du noch ein paar alte Lampen… so wie früher? Für dieses Problem wusste ich natürlich sofort eine Lösung, der Mann mit der Wunderlampe. Schnell am Handy gerieben und schon ging der Wunsch in Erfüllung. Ganz spontan war Thomas Zollinger bereit uns bei der Lösung des Problems zu helfen und lieferte für den Film die schönsten Stücke aus seiner Sammlung. In der Zwischenzeit ist der Film fertiggestellt und ich war wirklich positiv überrascht von dem Ergebnis.

Link zum Musikvideo „Kickback“ von The bianca Story

Exkursionsbericht zur SGHB-Jahrestagung 2013 in Bex (VD)

Gips-Steinbruch Le Montet bei Bex (Sa, 5.10.13)
Wegen sehr schlechtem Wetter kann die geplante fakultative Vorexkursion ins unterirdische Schwefelbergwerk von Sublin (Bex, VD) nicht durchgeführt werden. Als Alternative besucht eine Gruppe von 9 Vereinsmitgliedern unter der Leitung von Stefan Ansermet und Nicolas Meisser den Gips-Steinbruch von Le Montet (Bex, VD). Das Gipsvorkommen mit hohem Dolomit-Anteil gehört stratigraphisch zur oberen Trias (Keuper). Dieser Steinbruch ist seit über 100 Jahren in Betrieb. Neben Gips kann in diesem Steinbruch auch Anhydrit und vereinzelt Schwefel gefunden werden.

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