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Zeitschrift der Schweizerischen Gesellschaft für Historische
Bergbauforschung
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Inhaltsverzeichnis Minaria Nr 26b/2006
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Einleitung
Das Bergwerk am Silberberg in der Landschaft Davos ist eines der grössten, d.h. ertragreichsten, Blei – Zink – Bergwerke der Schweiz. Während der beiden Betriebsperioden, die erste vom Ende des 15. Jahrhunderts bis Mitte des 17. Jahrhunderts, die zweite in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, wurden ca.1000 Tonnen Blei und ebensoviel Zink gewonnen, das Zink nur im 19. Jahrhundert, da Zink bekanntlich erst seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts aus Zinkblende (Sphalerit) gewonnen werden kann. Zum Vergleich: Die derzeitige, bergbauliche Welt-Jahresproduktion von Blei beträgt ca. 3 Millionen Tonnen, diejenige von Zink ca. 7 Millionen Tonnen. Der Name «Silberberg» ist Ausdruck der Hoffnung, dass der Silbergehalt des Blei-Zink – Erzes gross genug für eine lohnende Gewinnung sei. Diese Hoffnung wurde enttäuscht: Der Silbergehalt des Erzes beträgt höchstens 0,2 Promille.
Einleitung
Seit der Gründung des Vereins «Freunde des Bergbaus in Graubünden» im Jahr 1976 ist das Schaubergwerk am Silberberg Davos fortlaufend erweitert und ausgebaut worden. Es ist heute eine einmalige Attraktion für Einheimische und Gäste der Landschaft Davos. Dabei kann es nicht verglichen werden mit andern Schaubergwerken der Schweiz, z.B.dem Schaubergwerk Gonzen bei Sargans. Das Bergwerk Gonzen ist insofern etwas ganz Anderes, als es viel grösser ist, und bis in die Neuzeit mit moderner Technik betrieben wurde, währenddem das Bergwerk am Silberberg Davos seit dem Jahr 1848 stillgelegt ist. Das Bergwerk am Silberberg kann zu Fuss erreicht werden, entweder auf dem ehemaligen Erzweg vom Schmelzboden bei der RhB – Station Monstein aus, oder vom Dorf Monstein aus über die Waldstrasse. In beiden Fällen beträgt die reine Marschzeit eine knappe Stunde.
Zusammenfassung
Das Tiefenstollensystem ist wahrscheinlich der wertvollste Teil des Silberbergs in der Landschaft Davos. Obwohl der erzführende Trochitendolomit relativ ungestört verläuft, waren die Erzzonen nicht gleichmässig verteilt. Sie häuften sich eben im Bereich des Tiefenstollens, während angrenzende Zonen leer ausgingen, Die Suchstollen im nördlichen Teil des «Erzganges», die Mine Louis Philippe oder der Rosalienstollen, führten in taubes Gestein. Auch die erzreiche Linse des Hüttenstollens - Baumannlagers hatte keine grosse Ausdehnung. Für die Erzsuche im ausgehenden Mittelalter hilfreich waren die Ausbisse im V-förmigen Einschnitt des Thälitobelbaches, der Grenze zwischen Silber- und Jenisberg. Wann diese gefunden und erschlossen wurden, ist nicht mit Sicherheit zu ergründen. Doch einmal in Betrieb scheuten die Knappen keine Mühe, diese Erze von der Oberfläche über die Tagbauspalte, trotz der zunehmenden Wasserprobleme, in die Tiefe zu verfolgen. Sie taten dies mit einer erstaunlichen Sachkenntnis. Die erste Periode und der erfolgreiche Abbau des Tiefenstollens ging mit dem Tod der Mitgewerken von Vikar von Salis, der Familie Vertemate-Franchi, im Bergsturz von Plurs von 1618 abrupt zu Ende. Im 19. Jahrhundert wurde die Arbeit der «Alten» in die Tiefe fortgesetzt. Hitz und seine Leute benötigten allerdings zwölf Jahre, bis sie das Wasserproblem meistern und die bestehende Sohle auf einer Gezeugstrecke unterhalb des Tiefenstollens erreichen konnten. Von hier aus wurde weiter auf den neuen Wasserlösungsstollen, den Andreas, abgeteuft.
Résumé
Histoire et importance du «Tiefenstollen» au Silberberg, Davos
Le système du «Tiefenstollen» est probablement la partie la plus précieuse du Silberberg dans la région de Davos. Bien que le calcaire à entroques métallifère contienne relativement peu de discontinuités, les zones métallifères ne sont pas répandues de manière homogène. Dans le secteur du «Tiefenstollen», les zones métallifères sont plus abondantes, tandis que les secteurs adjacents sont stériles. Les galeries de prospection dans la partie Nord du «Ezgang», la mine Louis Philip ou «Rosalienstollen», mènent dans des roches stériles. Ainsi la lentille de «Hüttenstollen-Baumannlager» riche en minerai n’avait pas de grande extension. Les affleurements dans le profile en forme de V de la rivière du Thälitobel à la limite entre Silberberg et Jenisberg étaient très bénéficiaires à la prospection du minerai dans le moyen age terminal. Quand ces affleurements étaient trouvés et exploités, n’est pas connu avec certitude. Une fois en service, les écuyers ne craignaient pas les efforts de les suivre de la surface en profondeur malgré les problèmes d’invasion d’eaux. Ils menaient cette tâche avec une expertise étonnante. La première période d’exploitation du «Tiefenstollen» se termine avec la mort soudaine des compagnons du vicaire de Salis, de la famille de Vertemate-Franchi, dans l’écroulement de Plurs en 1618. Le travail des «Vieux» fut continu vers la profondeur au XIXe siècle. Mais Hitz et ses collaborateurs mettaient douze ans avant de maîtriser les invasions d’eaux et d’atteindre le niveau existant sur une «Gezeugstrecke» (galerie de pompage) en dessous du «Tiefenstollen». Depuis ce point, on approfondit sur la nouvelle conduite d’eau, «Andreas».
Zusammenfassung
Hans Conrad Escher, der nach seinem Tod mit dem Prädikat «von der Linth» für sein Lebenswerk geehrt wurde, hat den Silberberg zwei Mal besucht. Im Jahre 1806 sollte er die Bauwürdigkeit der Blei-Zink-Lagerstätte abklären. Das zweite Mal wurde er 1813 von den Verantwortlichen der Gewerkschaft «dringend» nach Davos gebeten, um die missliche finanzielle Lage des Unternehmens zu analysieren und Lösungsvorschläge zur Sanierung zu unterbreiten. Die Sicht der Dinge in den Augen des Mitdirektors und Betriebsleiters Hitz und des nüchtern urteilenden Eschers liegen weit auseinander; Hitz war von der Idee und Vision beseelt, die an Hunger leidende Bevölkerung mit Arbeitsplätzen im Lande zu halten und sie so vor der Auswanderung zu verschonen oder dem männlichen Teil der Einwohner den Dienst in fremden Heeren zu ersparen. So versuchte er möglichst viele Leute in seinem Unternehmen zu beschäftigen. Escher nannte eine Reihe von Gründen, weshalb der Bergbau am Silberberg nicht gewinnbringend sein konnte: Zu viele Bauten über Tag, Unkenntnis des Erzlagers, zu geringe Erzmengen, nicht optimale Betriebsabläufe, zu grosser Aufwand bei der Administration, schlechte Forstwirtschaft. Was Escher aber nicht namentlich erwähnte sind die Folgen des Krieges, die Missernten, die fallenden Metallpreise. Eine Ansammlung von widrigen Umständen, die auch einem anders geführten Unternehmen das Genick gebrochen hätte.
Résumé
Hans Conrad Escher, Géognoste et spécialiste minier vint en 1806 à Davos.
Les expertises sur le Silberberg, Davos en 1806 et 1813. Hans Conrad Escher, qui fut honoré après sa mort pour son oeuvre avec le nom «von der Linth», visita le Silberberg deux fois. En 1806, il fut appelé pour décider d’une exploitation éventuelle du gisement de plomb-zinc. La deuxième fois, il fut appelé en 1813 urgemment à Davos par les responsables du syndicat pour une analyse de la situation financière fâcheuse de l’entreprise et pour soumettre des propositions pour l’assainissement de l’entreprise. Les points de vue du Codirecteur et chef d’entreprise Hitz et d’Escher étaient éloignés au maximum. Hitz était animé par l’idée et la vision de tenir la population affamée dans le pays avec du travail et épargner ainsi la population de l’émigration ou d’éviter à la population masculine le service dans des armées étrangères. Pour cette raison, Hitz essayait d’employer un maximum de gens dans son entreprise. Escher, par contre, nomma une série de raisons, pourquoi une exploitation minière au Silberberg ne pourrait pas être lucratif: trop de constructions à ciel ouvert, des connaissances insuffisantes du gisement, quantités de minerai trop faibles, des procédés non optimales, coûts d’administration trop élevés, une mauvaise foresterie. Escher ne dénomma pas les conséquences de la guerre, les mauvaises récoltes et les prix de métaux en baisse. Tout cela des circonstances contraires, qui auraient signifié la fin même à une entreprise gérée différemment.