SGHB

Schweizerische Gesellschaft für historische Bergbauforschung


Minaria Helvetica

Zeitschrift der Schweizerischen Gesellschaft für Historische Bergbauforschung
Bulletin de la Société Suisse d'Histoire des Mines
Bollettino della Società Svizzera di Storia delle Miniere

 

Inhaltsverzeichnis Minaria Nr 21c/2001
Table des matières Nr 21c/2001

Sondernummer: 4. Internationaler Bergbau-Workshop. 3. bis 6. Oktober 2001 in Mels

  • Tagungsprogramm
  • Exkursionsprogramm
  • Editorial
  • David Imper, Roman Guidon Exkursionsführer
  • Mark Feldmann Eisenerzabbau im Kanton Glarus
  • Barbara Guénette-Beck Die Bleiproduktion der Bergwerke von Praz-Jean
  • Thomas Zollinger Gipsfabrik und Bergwerk Felsenau
  • Ivo Zemp Das Bergwerk ­ ein Industriedenkmal?
  • Walter Fasnacht 20 Jahre Agia Varvara-Almyras: Zeit für einen nachhaltigen Abschluss!
  • Hanns Oberrauch Prähistorische Metallurgie in Südtirol
  • Wilfried Liessmann Montanhistorische Untersuchungen zum Südwestharzer Kupferbergbau des 18. und frühen 19. Jahrhunderts
  • Jens Kugler Der Silberfund und das unterirdische Gastmahl 1477 in Schneeberg ­ Legende oder Wirklichkeit?
  • Daniel Fabian Ursachen und Folgen der Cyanid-Katastrophe im Goldbergwerk von Baia Mare, Rumänien
  • Markus Liebermann und Matthias Bock 70 Jahre Geschichtsverein in Sankt Andreasberg und das Lehrbergwerk Grube Roter Bär
  • Schweizerische Gesellschaft für Historische Bergbauforschung Ein Kurzporträt


David Imper
Editorial


Glückauf liebe Bergbaufreundinnen und Bergbaufreunde! Nach 1999 (Bramberg) gastiert der Bergbau-Workshop zum zweiten Mal in den Alpen, wo die Lagerstättenverhältnisse viel komplexer und der Bergbau entsprechend bescheidener sind als im Harz (Tagung 1998) oder im Erzgebirge (Tagung 2000). Es freut uns sehr, Sie in Mels in unmittelbarer Nähe eines der wichtigsten ehemaligen Schweizer Bergwerke, des Gonzenbergwerkes, begrüssen zu dürfen. Die Region Sarganserland-Walensee-Glarnerland und der benachbarte Kanton Graubünden bestechen durch eine eindrückliche und spektakuläre Bergwelt. Land und Leute werden durch die wuchtig aufgetürmten Berge geprägt. So erstaunt es nicht, dass diese Regionen schon früh zu einem Tummelfeld der Geologen wurden. Grundlegende Beobachtungen zum besseren Verständnis der Entstehung der Alpen wurden hier gemacht. Daher soll die bedeutendste geologische Struktur, die Glarner Hauptüberschiebung, in die Liste der UNESCO-Weltnaturerbe aufgenommen werden. Die Region Sarganserland-Walensee-Glarnerland ist aber auch reich an Rohstoffen und hat daher eine lange und vielseitige Bergbau-Vergangenheit. Die Erz- und Steingewinnung bildeten während Jahrhunderten einen bedeutenden Wirtschaftszweig. Wirtschaftlich erfolgreich war jedoch vor allem der Eisenerzabbau im Gonzen, die Schiefergewinnung, die Mühlsteinhauerei und die Baustoffherstellung. Noch heute arbeiten hier überdurchschnittlich viele Leute in der Branche Steine und Erden. Die Region verfügt auch über Gold-, Silber-, Kupfer-, Blei-, Zink-, Eisen-, Uranerzlagerstätten. Die meisten Vorkommen sind jedoch nur klein und waren höchstens bei wirtschaftlich günstigen Rahmenbedingungen (oft waren dies politische Krisenzeiten!) abbauwürdig. Zu oft endete der Abbau jedoch wie auf der Mürtschenalp mit einem finanziellen Desaster. Das Sarganserland bildet ein wichtiges Eingangstor zum schweizerischen Alpenraum. Daher wurde dieses vor und während dem 2. Weltkrieg stark befestigt. Davon zeugt beispielsweise das Artillerie-Fort Magletsch. 1970 wurde bei Flums mit dem Versuchsstollen Hagerbach begonnen, welcher heute ein wichtiges Forschungszentrum für die internationale Tunnel- und Untertagebauforschung darstellt. Seit den achtziger Jahren öffneten mehrere Stollen wie der Silberberg Davos, das Eisenbergwerk Gonzen, das Artillerie-Fort Magletsch, der Versuchsstollen Hagerbach oder der Landesplattenberg Engi ihre Tore für Besucherführungen. So erstaunt es nicht, dass Ende der neunziger Jahre das Projekt GeoPark Sarganserland-Walensee-Glarnerland aufgegleist wurde. Die wichtigsten Ziele des GeoParks sind der Ausbau des Erlebnis- und Bildungstourismus in den Bereichen Bergbau und Geologie, sowie die Förderung der Gesteinsgewinnung und -verarbeitung. Der Verein GeoPark Sarganserland-Walensee-Glarnerland und die Schweizerische Gesellschaft für historische Bergbauforschung (SGHB) haben das Patronat für den 4. Internationalen Bergbau-Workshop übernommen. Dafür danken wir herzlich. Ein herzliches «Vergelt’s Gott» gilt auch allen Referentinnen und Referenten der Tagung. Die meisten von Ihnen haben ihr Manuskript zusätzlich für den Tagungsband überarbeitet. Thomas Zollinger danken wir für seinen Beitrag im Tagungsband. Die aufwändige Redaktion und Gestaltung des Tagungsbandes übernahmen in verdankenswerter Weise Urspeter Schelbert und Rainer Kündig. Schliesslich danken wir allen Helferinnen und Helfern, den lokalen Behörden, insbesondere der Schulbehörde von Mels, für ihre Unterstützung, allen Bergwerksbetrieben und Stollenführern für die Mithilfe bei den Exkursionen sowie Ihnen für Ihr Interesse. Wir freuen uns auf eine spannende und angenehme Tagung.

David Imper


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