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Zeitschrift der Schweizerischen Gesellschaft für Historische
Bergbauforschung
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Inhaltsübersicht 20a (Abstracts)
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Zusammenfassung
Das Eisenbergwerk Guppenalp im Kanton Glarus auf über 1300 Meter über
Meer geht auf die 1. Hälfte des 16. Jahrhundert zurück. Als Hauptbetreiberin
tritt eine Bergwerksgesellschaft auf, die 1538 von 81 Persönlichkeiten
aus dem Land Glarus gegründet wurde. Bereits um 1560 war der Bergwerksbetrieb
wieder eingestellt. Das aus den zwei noch heute erhaltenen vermessen und erforschten
Gruben gewonnene Erz wurde in Schwanden zu Eisen verarbeitet. Besonders auffällig
ist, dass die Gruben mit den massiven Holzverbauungen in einem recht guten Erhaltungszustand
sind. Es kann angenommen werden, dass während der kurzen Betriebsdauer
rund 200 Tonnen Eisen gewonnen wurden. Die Erzlager von Guppen gehören
altersmässig zum Dogger. Es handelt sich um Eisenooide, welche in einem
schmalen, kalkigen Horizont, dem sogenannten Blegioolith, eingelagert sind.
Résumé
La mine de Guppenalp dans le canton de Glaris: Histoire, géologie
et étude dune mine dargent et de fer pré-industrielle
au-dessus de Schwanden GL.
La mine de fer de Guppenalp dans le canton de Glaris a été travaillée
à plus de 1300 mètres daltitude, dès la première
moitié du XVIè siècle. La société minière
la plus active sur ce site a été créée en 1538 par
81 personnalités du pays de Glaris. Les travaux furent abandonnés
dès 1560. Le minerai de fer extrait des deux galeries encore visitables,
topographiées et étudiées, était fondu à
Schwanden. Létat de conservation de ces mines, toujours équipées
de boisages massifs, est fort satisfaisant. La quantité de fer produite
pendant la courte période dactivité peut être estimée
à 200 tonnes. Les gîtes de Guppen datent du Dogger. Lhorizon
minéralisé est représenté par de loolithe
de Blegi, un calcaire parsemé de pisolithes ferrugineuses.
Zusammenfassung
Durch die Eigenschaft einer Reihe von Mikroorganismen, organische und anorganische
Säuren zu produzieren oder Redoxprozesse zu katalysieren, lassen sich Metalle
aus festen Substraten (Erze, Metallkonzentrate) mobilisieren und durch geeignete
Methoden als Wertstoff zurückgewinnen. Diese Techniken, deren Anfänge
mehrere tausend Jahre zurückliegen, werden heute erfolgreich im Kupfer-
und Goldbergbau eingesetzt und lassen sich auch für die biologische Behandlung
von festen Abfällen verwenden. Mikrobiologische Laugungsverfahren werden
generell als umweltfreundliche Technologien mit einem niedrigen Energieaufwand
und geringen Emissionen angesehen.
Resumé
Biohydrométallurgie: Une très ancienne technique de production
métallique par fongus et bactéries
Certains micro-organismes, par leur aptitude à produire des acides organiques
et inorganiques ou à catalyser des processus oxydoréducteurs,
permettent de remobiliser les métaux contenus dans des substrats solides
(minerais, concentrés métalliques) et de les récupérer
par des méthodes adéquates sous forme de produits commercialisables.
Ces techniques, dont les débuts remontent à plusieurs milliers
dannées, sont appliquées de nos jours avec succès
dans les mines de cuivre ou dor, et peuvent être étendues
au traitement de déchets solides. Les procédés de lixiviation
microbiologiques sont considérés de façon générale
comme peu gourmands en énergie et peu polluants.
Zusammenfassung
Die Lavezsteinnutzung geht weit ins Altertum (Kreta, Griechenland, Spanien,
China etc.) zurück. Die Lavezgewinnung und verarbeitung hat im italienischen
Veltlin eine seit dem Mittelalter ungebrochene Tradition. Im Val Malenco, einem
der grössten Serpentinitkörper der Alpen (über 130 Quadratkilometer)
wurden Lavezgesteine intensiv abgebaut und genutzt. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts
waren 38 Stollen und eine Abbaustelle im Tagebau in Betrieb. Seither verlor
der Lavezabbau durch zunehmende Konkurrenzprodukte stark an Bedeutung. Lavez
ist ein Talk- und Chloritgestein, das am Kontakt von Serpentinengesteinen und
basischen Gesteinen entsteht. Der Beitrag illustriert sowohl die frühere
wie auch die heutige Technik der Lavezverarbeitung im Veltlin und gibt Hinweise
auf die Verwendung von Lavezsteingegenständen. Auch ein Bezug auf andere
Abbauregionen in der Schweiz wird gegeben.
Resumé
Le travail de la pierre ollaire dans le Veltlin passé et présent
Lutilisation de la pierre ollaire (pierre de Lavez) remonte à la
plus haute antiquité (Crète, Grèce, Espagne, Chine, etc.).
Dans le Veltlin italien, son extraction et son façonnage ont une tradition
continue depuis le Moyen-Âge. Au Val Malenco, dans le plus grand massif
de serpentine des Alpes (plus de 130 kilomètres carrés), la pierre
ollaire est lobjet dune intense activité dexploitation
et de transformation. 38 galeries et un travail à ciel ouvert y tournaient
encore au milieu du XXè siècle. Depuis, cette activité
a beaucoup diminué face à des produits plus concurrentiels. La
pierre ollaire, constituée de talc et de chlorite, sest formée
au contact des serpentines avec des roches basiques. Cette étude décrit
les techniques de façonnage aussi bien anciennes que modernes dans le
Veltlin, et donne un aperçu des objets produits avec cette matière.
Il est fait référence également à dautres
sites dexploitation en Suisse.
Ich möchte mit diesem Bericht auf einen Eisenerzabbau aufmerksam machen,
der eigenartigerweise seit Jahrzehnten völlig in Vergessenheit geraten
ist und dies, obwohl O. Wilhelm (1932) die Hämatiterze des Piz Alv als
die hochwertigsten der ganzen Ferrerazone bezeichnet hatte.
Der Piz Alv ist mit seinen 2854,5 Meter der markante Endpunkt im Grenzgrat zwischen
dem Ferreratal im Westen und dem Oberhalbstein im Osten, der sich vom Piz Settember
gegen Süden über den Schmorrasgrat und die Fuorcla Cotschna bis zu
diesem Gipfel hinzieht. Gegen Westen fällt das Gelände steil ab zu
dem über 1000 Meter tiefer liegenden Starlera. Durch seine isolierte Lage
hat man von dort eine eindrückliche Aussicht gegen Westen mit dem Lago
di Lei, ein Stausee, der bereits in Italien liegt. Beim Bau der Staumauer war
ein Landabtausch zwischen der Schweiz und Italien erforderlich. Trotz der einmaligen
Lage wird dieser Punkt im Sommer auf Grund des Gipfelbuches eher wenig besucht,
er ist besser bekannt bei Skitourenfahrern. Einer der Gründe mag neben
der abgelegenen Lage im recht mühsamen Aufstieg über die steilen Geröllhalden
seiner Ostflanke liegen.
Dem Piz Alv im Nordosten vorgelagert liegt ein breites, relativ flaches 2660
bis 2690 Meter hoch liegendes Plateau, in dem sich nach O. Wilhelm (1932) circa
600 Meter nordöstlich des Gipfels die bis 20 Meter mächtigen Hämatit-Vererzungen
befinden, die auf eine Länge von 100 Meter aufgeschlossen waren. In der
neueren Bergbauliteratur sind diese Lagerstätten höchstens noch am
Rande erwähnt, und nirgends werden sie näher beschrieben. Demgegenüber
sind die knapp einen Kilometer nördlich liegenden Vererzungen des Schmorrasgrates
recht gut bekannt und mehrfach dokumentiert worden (Stucky 1960; Brun 1988).
Woran mag diese Diskrepanz wohl liegen? Die recht abgeschiedene Lage allein
dürfte kaum der entscheidende Punkt dafür sein. Hingegen scheint ein
wesentlicher Grund in der etwas verwirrlichen Umschreibung der Lage dieser beiden
Erzvorkommen zu suchen sein.........